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Maurice und die Vampire – Eine besondere Freundschaft

Manche Begegnungen bleiben einem ein Leben lang in Erinnerung.
Eine davon ist für mich die mit Maurice Klar.

Als ich Maurice im Jahr 2000 kennenlernte, war er gerade einmal drei Jahre alt und schwer an Leukämie erkrankt. Seine einzige Hoffnung war eine Stammzelltransplantation. Gemeinsam mit seiner Mutter Heike und unserer Stefan-Morsch-Stiftung organisierten wir eine große Typisierungsaktion in Dortmund. Mehr als 5.000 Menschen ließen sich registrieren, um dem kleinen Jungen zu helfen.

Am 29. Juni 2001 erhielt Maurice schließlich die lebensrettenden Stammzellen. Er wurde wieder gesund.

Damals entstand auch der Dokumentarfilm „Maurice und die Vampire“. Maurice stellte sich seine Krankheit als Vampire vor, die sein gutes Blut auffraßen. Mit diesem kindlichen Bild versuchte er zu verstehen, was in seinem Körper geschah.

Link Video YouTube von der Stefan Morsch Stiftung:

Eine besonders schöne Erinnerung habe ich an unsere gemeinsame Fahrt auf einer Sommerrodelbahn im Saarland. Maurice saß vor mir auf dem Schlitten, und wir sausten begeistert die Bahn hinunter. Der Kameramann, der uns dabei filmte, konnte offenbar nicht ganz mithalten und musste unterwegs unfreiwillig abspringen. Ihm passierte zum Glück nichts, aber seine Kamera war kaputt. Darüber können wir heute noch schmunzeln.

Aus dem kleinen Jungen von damals ist längst ein erwachsener Mann geworden. Und aus unserer Begegnung ist eine Freundschaft entstanden, die bis heute besteht.

Maurice besucht mich auch heute noch, und ich freue mich jedes Mal, ihn wiederzusehen. Er hat nie vergessen, wie viele Menschen ihm damals geholfen haben, und motiviert heute selbst andere, sich als mögliche Stammzellspender registrieren zu lassen.

Zu sehen, wie er seinen Weg gegangen ist und heute anderen Menschen Mut macht, erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit. Seine Geschichte erinnert mich immer wieder daran, warum meine Frau Hiltrud und ich damals die Stefan-Morsch-Stiftung gegründet haben.

Denn was könnte schöner sein, als zu erleben, dass aus einem geretteten Kinderleben nicht nur eine Zukunft, sondern auch eine Freundschaft fürs Leben geworden ist?

Im Oktober 2026 besuchte ich Maurice im Krankenhaus. Er hat seine Operation gut überstanden, und ich hoffe sehr, dass er sich während der anschließenden Rehabilitation weiter erholt und schon bald in seinen gewohnten Alltag zurückkehren kann.